Blogbeitrag

Think Camp der Stiftung Münch – „Baustelle Notfallversorgung“

Vom 21. bis 23.09.2018 fand in Frankfurt am Main erneut ein Think Camp der Stiftung Münch statt. Diesmal war das Thema die Notfallversorgung in Deutschland. Vicky Pfirsig, Steffi Berners und ich waren für Hashtag Gesundheit mit dabei.

Die Stiftung Münch veranstaltet mehrmals im Jahr Think Camps zu unterschiedlichen Themen rund um unser Gesundheitssystem. Während dieser Veranstaltungen bekommen die Teilnehmer die Möglichkeit sich ein Wochenende lang untereinander und mit hochkarätigen Dozenten auszutauschen. Im Anschluss werden in Gruppenarbeit neue Ideen und Konzepte zu einer bestimmten Aufgabenstellung erarbeitet und präsentiert.

Ein besonderer Reiz dieses Camps ist, dass junge Berufseinsteiger und Studierende aus vielen verschiedenen Bereichen, zum Beispiel Pflege, Public Health, Gesundheitsökonomie und Medizin, vertreten sind und ihr Fachwissen einbringen können. Um eine fachliche Mischung der Teilnehmer/innen erreichen zu können, gibt es zu Beginn ein kurzes Bewerbungsverfahren.

Ursprünglich auf die Veranstaltung aufmerksam geworden bin ich durch unseren Vorstandsvorsitzenden Timo, der bereits zweimal teilgenommen hat und auf seinem eigenen Blog über seine Erfahrungen berichtet (hier geht’s zum Blogartikel). Dort erklärt er auch was die Stiftung Münch macht und wie sie entstanden ist.

Freitag

Die Veranstaltung eröffnete zunächst Professor Boris Augurzky, wissenschaftlicher Geschäftsführer der Stiftung, bevor Jochen Metzner, Referatsleiter Krankenhausversorgung in Hessen, mit dem ersten Vortrag begann. Das Thema war dabei die optimale Notfallversorgung und wie diese im Ausland, zum Beispiel in Dänemark, organisiert ist.

Im zweiten Vortrag des Tages stellte Dr. Dennis Göbel von der Stiftung Kreuznacher Diakonien innovative Konzepte zur klinischen Notfallversorgung vor. Sein „Herzensprojekt“ ist die luftgebundene Vernetzung zweier Frankfurter Kliniken mittels Drohne, um eilige Transporte wie Blutkonserven schneller ans Ziel zu bringen. Er zeigte an diesem Beispiel, wie sich mit genügend Kreativität und Biss innovative Ideen umsetzen lassen können.

Damit endete schon der offizielle Teil des ersten Tages.

Neben den Vorträgen gab es bei gemeinsamen Essen oder dem ein oder anderen Getränk natürlich noch die Möglichkeit sich mit den anderen 13 Teilnehmern und den Dozenten auszutauschen.

Samstag

Der zweite Tag startete mit dem Vortrag von Dr. Bernhard Gibis. Er ist Leiter des Dezernats Ärztliche Leistungen und Versorgungsstruktur der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und stellte die Strukturen der ambulanten Notfallversorgung vor. Der letzte Vortrag vor der Gruppenarbeitsphase wurde von Prof. Marion Haubitz gehalten. Sie ist Nephrologin, Direktorin der Medizinischen Klinik III am Klinikum Fulda und Mitglied des Sachverständigenrats Gesundheit. Ihr Vortrag stellte das Modell des SVR für die zukünftige Gestaltung der Notfallversorgung in Deutschland vor.

Nach so viel fachlichem Input startete dann am Samstagmittag die Gruppenarbeitsphase. Unser Auftrag lautete ein Modell zu entwickeln, das die Notfallversorgung patientenorientierter gestalten sollte. Jeder der drei Gruppen standen dabei die Dozenten mit Rat und Unterstützung zur Seite. Es wurde ein langer, aber sehr produktiver Tag.

Sonntag

Am Sonntagmorgen erreichte das Think Camp-Wochenende schließlich den Höhepunkt: Die drei Gruppen präsentierten ihre Ergebnisse. Von der klassischen Präsentation, über neue App-Entwicklungen bis zur spontanen Videoproduktion war alles dabei. Erstaunlich war hierbei wie unterschiedlich die Gruppen die Aufgabe umgesetzt hatten. Trotzdem zeigten sich immer gewisse Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel das Thema Digitalisierung oder auch die bessere Vernetzung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung.

Fazit

Das Wochenende bot den perfekten Rahmen für kreatives Denken und Arbeiten und den Austausch auf Augenhöhe. Ich kann die Teilnahme am Think Camp oder ähnlichen Veranstaltungen jedem, der sich engagieren und persönlich weiterbilden möchte, nur empfehlen.

Die Stimmen unserer Mitglieder

Vicky Pfirsig

„Ich empfinde es immer wieder als absolut bereichernde Erfahrung in den gegenseitigen Austausch mit den verschiedensten Berufsgruppen des Gesundheitswesens zu treten. Die gemeinsame Erarbeitung von Konzepten und Lösungen zeigt, dass es durchaus möglich ist, auch interdisziplinär und mit unterschiedlichen Erfahrungsschätzen und Sichtweisen auf und zum Gesundheitswesen, einen gemeinsamen Nenner zu finden.“

Steffi Berners

„Das Format des Think Camps der Stiftung Münch fand ich persönlich aufgrund des interdisziplinären Austauschs mit anderen jungen Nachwuchskräften besonders spannend. Die verschiedenen Perspektiven kennen zu lernen und vor allem zu diskutieren, motiviert weiterhin zur kritischen Auseinandersetzung mit Sachverhalten im Gesundheitswesen.“

Die Ergebnisse und erarbeiteten Gruppenkonzepte könnt ihr übrigens auf der Internetseite der Stiftung Münch nachlesen. Dort findet ihr auch die Themen und Konzepte der vorangegangenen Think Camps.

Besonderen Dank auch an Annette Kennel für die exzellente Organisation des Wochenendes.

Marie-Luisa Martini

Ich bin Medizinstudentin der Philipps-Universität Marburg und schreibe zurzeit meine Doktorarbeit. Neben dem Studium engagiere ich mich ehrenamtlich im Bereich Katastrophenschutz und war auch schon als Tutorin für andere Medizinstudierende aktiv, da ich sehr gerne Wissen vermittle. Meine zweite große Leidenschaft neben der Medizin gilt der Musik, die ich am liebsten selber mache.

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Zahnärzte am Lister Platz Hannover
    9. November 2018 09:11

    Hallo Marie-Luisa, wir finden deinen Artikel wirklich sehr gut gelungen! Du als Medizinstudentin und Ehremamtlerin im Bereich Katastrophenschutz kennst dich merklich sehr gut mit dem Thema der Notfallversorgung aus. Der Bericht des Camps ist sehr ausführlich und informativ. Vielen Dank dafür!

    Antworten

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