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Health 4.0 – Daten sind das neue Öl!

Der inzwischen in Health 4.0 umbenannte Innovationskongress, früher Health 3.0, fand am 16. und 17. Januar 2018 in Düsseldorf statt. Mit den Schlagworten Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit lässt die Veranstaltung bereits vermuten, dass es um Digitalisierung und die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens geht. Ich war zum ersten Mal dabei und beeindruckt vom umfangreichen Programm.

Gerne werde ich euch die wichtigsten Erkenntnisse kurz vorstellen.

#Referenten

Zunächst ein kurzer Auszug aus der Referentenliste:

  • Dr. Nicolas Krämer – Kfm. Geschäftsf. Städtische Kliniken Neuss, Lukaskrankenhaus GmbH
  • Prof. Andreas Pinkwart – Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW
  • Peter Kaetsch – Vorstandsvorsitzender, BIG direkt gesund
  • Prof. Dr. Gernot Marx – Sprecher Telemedizinzentrum, Uniklinik RWTH Aachen
  • Dr. Oliver Lehmkühler – Clustermanager, Cluster Innovative Medizin.NRW

#Vernetzung

Bei der Health 4.0 traten wir als Hashtag Gesundheit das erste Mal bei einem Kongress auf. Viele Teilnehmer fragten neugierig nach und informierten sich über unsere junge Initiative. Das Feedback war durchweg positiv! Es haben sich viele sehr interessante Gespräche ergeben, sodass selbst die Mittagspause zum Networking genutzt wurde.

Zwischenfazit: Es besteht großes Interesse an einer jungen Bewegung im Gesundheitswesen. Mit unseren Themen füllen wir eine Lücke und geben der jungen Generation eine Stimme. Ob wir damit auch als Innovation zählen?!

#Innovationen

Deutschland ist innovativ, ja. Es wird viel geforscht, jedoch mangelt es aber häufig daran, aus diesen Ergebnissen erfolgreiche Business Cases abzuleiten. Da sind zum einen Barrieren wie das Fernbehandlungsverbot oder auch der Datenschutz als „Universalverhinderer“, zum anderen aber auch die lange Durststrecke, die Startups durchstehen müssen, bis sie für ihr Produkt einen Markt etablieren können. Zumindest für Startups gibt es gute Neuigkeiten: der Healthy Hub http://www.healthy-hub.de Der Healthy Hub, gegründet von fünf gesetzlichen Krankenkassen, wirbt mit dem Claim „Wir bringen euch in die GKV“. Er bietet beispielsweise einen von den Krankenkassen finanzierten Markttest für die Startups an. Am 5. Oktober 2017 wurde der Healthy Hub gestartet und ist somit noch sehr jung, aber ein absolut wegweisender Schritt in die richtige Richtung – vielleicht auch für die weiteren 105 gesetzlichen Krankenkassen?

#Daten

Ich hatte schon den Datenschutz als „Universalverhinderer“ angesprochen. In Dänemark z. B. ist es so, dass der Patient Einsicht in seine Daten hat und jeden Zugriff sehen kann. Sollte es hier zu einem unberechtigten Zugang kommen, vielleicht weil der neugierige Nachbar eben auch Arzt ist, droht der Verlust der Approbation.

Aber auch in der Podiumsdiskussion zu personellen Voraussetzungen der Digitalisierung ging es hauptsächlich um Daten. Erwartet wird, dass es neue Berufe wie Gesundheitsdatenmanager geben wird. Da der Markt nicht fünf Jahre warten kann, bis neue Universitätsabsolventen solche Lücken füllen, wird es tendenziell mehr kleinere, modulare Weiterbildungen geben. Was bedeutet Big Data für das Gesundheitswesen? „Daten sind das neue Öl“ war die Antwort. Das eHealth-Gesetz bringt die Möglichkeit für Versicherte, ihre Daten von z. B. Wearables dem Arzt zu übermitteln. Doch der Ansatz wurde nicht zu Ende gedacht: es gibt keine Abrechnungsziffer für Ärzte, die sich auf die Durchsicht dieser Daten bezieht. Hier wird sich noch einiges tun, wir stehen erst am Anfang.

#Fazit

Daten SIND das neue Öl! Mit Daten umgehen zu können wird in Zukunft wichtiger werden, für jeden von uns. Und der Healthy Hub könnte ein erstes gutes Zeichen sein, dass die etablierten Player sich mehr öffnen. Statt Datenschutz als „Universalverhinderer“ zu betrachten, wäre ein Modell wie das dänische zukünftig auch bei uns denkbar.

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