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Fake-News und Gesundheit: Warum es uns alle etwas angeht

Alternative Krebsbehandlungen, Antiimpf-Kampagnen oder Verschwörungstheorien zu Epidemien – das Internet ist voll mit manipulativen Inhalten zum Themen Krankheit und Gesundheit. Das Beispiel Coronavirus beweist aktuell sehr eindrucksvoll, wie sich durch soziale Netzwerke Halbwahrheiten und Missinformationen beschleunigen.

Die Wissenschaft widmet sich nun vermehrt diesem Phänomen. Die Verantwortung sollten alle Akteure aus dem Gesundheitswesen tragen, meinen einige Beobachter.

Alarmierende Studie zu Gesundheitsinformationen auf Social Media

Ein Forscherteam der Universität Danzig untersuchte Social-Media-Inhalte zu weit verbreiteten Krankheitsbildern. Das Ergebnis: 40 Prozent der geteilten Beiträge enthielten Fehlinformationen. Das Team greift bewusst auf den Begriff Fake News zurück: Denn rund 20 Prozent der Inhalte stammten aus nur einer Quelle.

Die Forscherinnen und Forscher bezeichnen falsche Gesundheitsinformationen als Gefahr für die öffentliche Gesundheit. (1)

Das Fehlinformationen zu Gesundheitsthemen ein Risiko für die Öffentlichkeit bergen, darauf weisen auch die US-amerikanischen Wissenschaftler Joel T. Wu und Jennifer B. McCormick in ihren Arbeiten immer wieder hin. (2)

Fake News im Netz: Profis aus dem Gesundheitswesen sollten sich aktiv einmischen

Das Erkenntnisinteresse von Joel T. Wu und Jennifer B. McCormick geht einen Schritt weiter. Die beiden Gesundheitswissenschaftler widmen sich in einer ihrer Studien der Frage, wie sich die gezielte Verbreitung falscher Gesundheitsinformation wirksam bekämpfen lässt. Ein Ergebnis: Dem Staat sind oftmals die Hände gebunden, denn die Redefreiheit legt hohe Hürden.

Deshalb sei es besonders wichtig, dass Angehörige aus verschiedenen Bereich der Gesundheitsberufe ihr Wort gegen falsche Informationen erheben, so die Experten. Auch in Deutschland sollte diese Ansicht stärker diskutiert werden. Denn eines ist sicher: Die öffentliche Gesundheit geht uns alle etwas an.

Der Beitrag erschien ursprünglich auf LinkedIn.

René Neumann

Ich habe Öffentliches Recht und Politikwissenschaft in Greifswald, Chemnitz und Ankara studiert. Danach absolvierte ich ein Redaktionsvolontariat in Hamburg. Seit 2018 arbeite ich für einen großen Verband im Gesundheitswesen in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Mein Interesse gilt besonders der Gesundheitskommunikation.

1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Schöner Beitrag. Gerade in dieser Zeit sollte man nicht alles glauben, was man liest. Vieles macht heutzutage leider einfach nur Panik.

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