Beiträge von Jennifer Kaspers

Nach dem zweitägigem 7. Jahresforum zum betrieblichem Gesundheitsmanagement bedanken wir von Hashtag Gesundheit e. V. uns herzlich bei der Management Forum Starnberg GmbH für die Möglichkeit der Teilnahme in München.

Ebenso bedanken wir uns für zwei Tage geballten Inputs, Austausch und guter Organisation bei bester Stimmung aller beteiligten Akteure. Außerdem wurden wir durch den ein oder anderen Referenten nochmals daran erinnert, wie vergesslich unser Kopf sich stellenweise präsentiert und vieles nicht mehr umfänglich abrufen kann. Deswegen im Folgenden der Versuch, die aus unserer Sicht rundum gelungene Veranstaltung in Bezug auf die einzelnen Konferenzthemen der jeweiligen Referenten zusammenzufassen.

Nach einer freundlichen Einführung in den ersten Tag durch die Konferenzmanagerin Frau Rehse, welche das Interesse an den folgenden Inhalten verstärkte, lud Frau Prehofer, welche sich den Rest des Tages (stellenweise gemeinsam mit Frau Rehse) der Moderation annahm, in ihrer Funktion als Managementtrainerin und Coach, zu einem Perspektivenwechsel in die Welt der positiven Psychologie ein. Dabei wusste sie gekonnt sowie mit gefühlter Leichtigkeit für den Zuhörer, über die Grundpfeiler einer gesunden Unternehmens- & Mitarbeiterführung zu berichten. Zudem sind wir bei der Bewertung des heutigen Tages sowie künftiger Ereignisse, um die Sichtweise nach “PERMA” (Positive Emotions – Engagement – Relationships – Meaning – Accomplishment nach Seligman) bereichert. Für mich persönlich bietet diese, eine gelungene Möglichkeit zum Perspektivwechsel im eigenen Vorgehen sowie der Reflektion.

Mit diesem Wissen an der Hand, war das “Durchstarten” im agilen Cockpit zur professionellen Fehlerkultur im Rahmen vom Stressmanagement für ein gesundheitsförderliches Arbeiten mit dem Piloten Hr. Geßner, ein Leichtes.

Zudem wissen wir nun, dass Stress nicht gleich Stress oder zwangsläufig negativ zu bewerten ist und eine “Herausforderung” im Berufsleben uns herzlich willkommen sein sollte.

Vor der Landung im nächsten Themenfeld wurde zunächst ein “Boxenstopp” eingelegt. Neben einem ansprechend bereitgestellten Verpflegungsangebot luden uns die Kooperationspartner innerhalb der Ausstellung zum Kennenlernen ihrer Produkte ein. Dabei gab es die Gelegenheit, erste Kontakte mit diesen sowie den anderen Teilnehmern und den Referenten zu knüpfen und gemeinsam in den Austausch zu gehen.

Durch den bisherigen Input sowie die vielen Impulse positiv bestärkt, ging es dann international mit Frau Kazianka-Diensthuber weiter.

Präsentation Frau Kazianka-Diensthuber

Dabei thematisierte sie die Bedeutung der Stärkung von psychischer & physischer Gesundheit durch die Implementierung von gezielten Bewegungsaktivitäten im (Berufs-)Alltag. Ebenso hob sie die Wertigkeit des Pflegeberufes und der Interdisziplinarität im Arbeitsalltag hervor und wusste durch zahlreiche Praxisbeispiele, gekonnt den Bogen zum Paradigmenwechsel weg von der Pathogenese (aus dem griechischen páthos = Leiden und génesis= Entstehung und meint gemeinsam grob zusammengefasst, die Entstehung sowie die Entwicklung einer Krankheit unter Einbeziehung der internen und externen Faktoren) hin zur Salutogenese (aus dem lateinischem salus= Wohlbefinden und genese= Entstehung und zusammen ein Ausdruck des Modells vom Medizinsoziologen Aaron Antonovsky demnach vereinfacht ausgedrückt, Gesundheit ein permanenter Prozess und kein greifbarer Zustand ist) zu spannen.

Zum Modell der Salutogenese passend, nahmen uns Frau und Herr Talamona dann mit auf eine ganz persönliche sowie emotionale Reise zum Thema “Arbeiten bis das Licht ausgeht“, leider im wahrsten Sinne des Wortes.

Auf dieser, berichteten sie unverblümt von der Entstehung und dem Verlauf vom Burnout nebst der unwiderruflich gesundheitlichen Konsequenz daraus für Frau Talamona aus ganz persönlicher Erfahrung heraus, aber auch mit viel Expertise. So sensibilisierten sie uns sowohl bezüglich des Krankheitsverständnisses, aber auch in Bezug auf präventive Maßnahmen und gaben Impulse für ein dahingehendes gelungenes betriebliches Gesundheitsmanagement.

Vielen Dank nochmals für die Offenheit und den Mut uns alle an den Erfahrungen teilhaben zu lassen. In diesem Vortrag fand man sich anhand der zahlreichen Beispiele nicht nur stellenweise wieder, sondern er legte aus meiner Sicht auch den Grundstein, sich selbst individuell kritisch mit der eigenen Arbeitsweise vor dem Hintergrund eines gesundheitsgerechten Arbeitsverhaltens auseinandersetzen und offener in den Austausch mit den eigenen Kollegen zu treten.

Nach dem fachlich aber auch menschlich bereichernden sowie emotional bewegenden Beitrag der Eheleuten Talamona, schloss sich dann die Mittagspause an.

Neben dem reichhaltigen Buffet bot die Pause auch durch den bisherigen Konferenzinhalt inzwischen eine “Bandbreite” an Inhalten zum gemeinsamen Austausch. Zudem standen natürlich weiter freundlich sowie kompetent die Kooperationspartner für den Austausch sowie zum Ausprobieren der bereitgestellten Produkte zur Verfügung.

Außerdem bot die Pause sowohl einen anregenden Tabletalk mit Herrn Heiler, dem CEO der Brainboost GmbH zum Thema “Das Gehirn wie einen Muskel trainieren“, als auch ein aufschlussreiches Interview mit der Yoga Antarjãmin Frau Hagel zum Thema “Sinnerleben schaffen im Unternehmen – Prävention geht anders.

Nach so vielen großartigen, aber gleichermaßen kognitiv höchst fordernder Inhalte, setzte Frau Beck durch ihre “bewegte Pause” neue Kapazitätsressourcen in beiden Hemisphären frei. Zudem sorgten ihre Übungen in Verbindung mit ihrer positiven sowie begeisterungsfähigen Ausstrahlung nicht nur für die Auflockerung der “klassischen” Muskulatur, sondern beanspruchte auch die Lachmuskeln.

Zur bewegten Pause passend, ging es dann mit Dr. Nyhuis zum Thema der “Ergodynamik am Arbeitsplatz – Wechselwirkung von Verhaltens- & Verhältnisprävention im wahrsten Sinne des Wortes” bewegt weiter. Denn Herr Dr. Nyhuis nutzte den “motivalen Bewegungsaufschwung” der Gruppe aus der Bewegungspause und animierte dazu, seinen Ausführungen im “Stehen” zu folgen (was einzelne Teilnehmer bis zum Vertragsende umsetzten). Dabei verstand er es, sowohl medizinales Basiswissen zum Haltungsapparat als auch komplexere Inhalte wie z. B. Statistiken im Gesundheitsbereich durch zahlreiche Praxisbeispiele begreifbar zu vermitteln.

Es schlossen sich Dr. Ing. Fuhrhop und Fr. Franze zum Thema “BGM für alle! Auch für den Außendienst?” an. Dabei gaben sie viele Beispiele aus der Berufspraxis und benannten anhand interner sowie externer Statistiken die Schwierigkeiten wie z. B. mangelndes Wissen über Angebote, fehlende Ansprechpartner auf „Augenhöhe“; Schichtdienst, teilweise lange Wege zu den Angeboten u.a.; Nutzung vom BMG auch für die dezentral positionierte Belegschaft. Gleichwohl sie z. B. mit dem Einsatz von “Mensana” eine alternative Lösungsmöglichkeit zur Abholung auch dieses Personenkreises aufzeigten.

Nach so viel neuem Input, wurde dann zunächst eine Kommunikations-Pause eingelegt. Während dieser gab es erneut das Angebot eines Tabletalks. Dieser wurde durch Herrn Fabbris zum Thema “Mitarbeiter (r)evolutionären?! 4 erfolgreiche Skills für eine gesunde Teamperformance” ansprechend sowie lebendig gestaltet.

Es schloss sich eine erneute Bewegungspause mit Frau Beck an. Da wir uns zuvor wohl nicht schlecht geschlagen zu haben scheinen, zog sie mit der Übungserweiterung insbesondere zur Anregung beider Hemisphären, den kognitiven Anspruch dabei nochmals an. Obgleich sie es durch ihren Frohsinn erneut schaffte, alle Teilnehmer abzuholen und dadurch für die Aktivierung von Körper und Geist gleichermaßen sorgen konnte.

Ebenso viel Aufnahmefähigkeit schien uns als Teilnehmern am Nachmittag auch Frau Dr. Welpe zuzutrauen. Sie bot ein wahres “Feuerwerk” an Fachwissen gepaart mit persönlichem Praxisbezug zum Thema “Digitalisierung – digital work design: Arbeit und Gesundheit in den Unternehmen von morgen.

So wissen wir jetzt gewiss, dass Darwins Worte “innovate or die” in der sich stetig zunehmend digitalisierenden Arbeitswelt mehr Bedeutung denn je haben und das “one size fits all” keine Zukunftsmusik sein kann …

Zum Tagesende brachten Frau Mößmer und Herr Horbach zum Thema: “VUCA-Welt – “Burni” im VUCA-VUCA Land und die Frage, was hilft, sich in Zeiten der Veränderung zurecht zu finden?” nochmal ordentlich Leben auf die Bühne. Dabei luden sie uns als Zuhörer zu einem Rollen- sowie Perspektivwechsel ein und schlüpften unterstützt durch Herrn Höhn in der Rolle des “Burni” derweil selbst in zwei neue Rollen.

Um uns allen so z. B. anschaulich zu verdeutlichen, welchen Gesundheitsfaktor die Führung oder auch die psychische Grundbedürfnisbefriedigung sowie die Resilienz hat.

Bevor der erste Tag sich dann endgültig dem Ende neigte, schloss sich noch ein gut besuchtes “Get Together” zu dem das Management Forum Starnberg einlud an. Bei diesem konnte man sich in entspannter Atmosphäre bei Snacks und Getränken ausführlich über den ereignisreichen Tag austauschen. Zudem waren auch einige der Redner des Tages noch vor Ort, so dass auch hier ein Dialog entstand.

Durch die Abendveranstaltung sowie die vielen Impulse vom Vortag, war die Grundstimmung zum zweiten Konferenztag wieder sehr positiv.

Der zweite Tag

Den Tagesauftakt übernahm dann Herr Dr. Balser zum Thema “Schichtbetrieb – Produktionsmitarbeiter für BGF-Maßnahmen erreichen – Niederschwelligkeit ist Trumpf.” Dabei stellte er anschaulich auf Grundlage der Säulen Gesundheitskommunikation sowie Ernährung und Bewegung das aufsuchende BGM als Chance zur Erreichung der Mitarbeiter anhand zahlreicher Praxisbeispiele vor.

Mit Herrn Wegner ging es zum Thema “Psychische Gefährdungsbeurteilung – der Sprung über das Problem – Lösungsorientierte Beratung bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen” munter sowie pragmatisch weiter.

Unter Einbeziehung der “Wunderfrage” (de Shazer) sowie zahlreicher praktischer Beispiele wurde einmal mehr deutlich, dass innerhalb einer sich einlassenden (Arbeits-)Gemeinschaft das “try and error” Prinzip durchaus legitim und nicht negativ zu bewerten ist. Vorausgesetzt natürlich, man betrachtet den möglichen Error im Anschluss gemeinsam lösungsorientiert.

Den Chancen die ein funktionierendes BGM bietet, wenn man es denn “anders denkt” und die mutige Bereitschaft zur konsequenten Umsetzung von Veränderung mitbringt, schloss sich Frau Dr. Höltl aus Österreich mit dem Thema “BEM Wiedereingliederungsmanagement – Chancen und Nutzen aus Sicht des Unternehmens” an.

Sie stellte eindrücklich die Problematik von Gesundheit sowie Krankheit im beruflichen Kontext innerhalb einer immer schneller agierenden Dienstleistungsgesellschaft vor. Dabei bezog sie auch personelle, gesundheitliche sowie ökonomische Hintergründe für ein Unternehmen ein. Ebenso thematisierte sie detailliert die Rolle die Führungskräfte dabei spielen ausdrücklich sowie nachhaltig. Zudem eröffnete sie uns Einblicke in das österreichische Gesundheitssystem gepaart mit einer Vielzahl von pragmatisch sowie effizienten Lösungsansätzen eines strukturierten BGM sowie BEM u. a. auf Basis der eigenen Berufspraxis.

Um Beurteilungen, vor allem objektiver vs. subjektiver, ging es dann zum Thema “Work hard – recover harder” mit Herrn Dr. med. Graumann spannend weiter. Dabei baute er als Sportmediziner und Mannschaftsarzt des Deutschen Eishockey-Bundes gekonnt die Brücke vom sportlichen Bereich hin zur persönlichen Gesundheitsfürsorge auch innerhalb des betrieblichen Kontextes. Anhand verschiedener Messungen sowie Statistiken (bspw. Uni Bochum Belastungstool zur Schlafquantifizierung u.v.a.) stellte er eindrücklich dar, warum die Regeneration von so elementarer Bedeutung für uns alle ist. So muss bspw. zumindest der persönliche Ausgangspunkt zur Leistungsrückgewinnung respektive Leistungsverbesserung erreicht werden und es gilt; „Blut, Schweiß und Tränen machen einen Menschen (nach der Erholung immer auch ein Stück) besser.

Wodurch wir einmal mehr um die Erkenntnis (so wie viele weitere) bereichert sind, dass der langfristige Erhalt der Gesundheit, vor allem von der Bereitschaft einer Veränderung im persönlichen Mindsetting sowie der strategischen Herangehensweise abhängt.

Zur Regeneration bot sich dann auch die anschließende Mittagspause an. In dieser standen nach wie vor die Kooperationspartner unverändert freundlich zum Gespräch sowie Ausprobieren ihrer Produkte zur Verfügung. Außerdem stellte sich trotz des Essens aufgrund der vielen angeregten Gespräche untereinander im Raum keine “gefräßige Stille” ein.

Nach der Pause ging es dann mit Herrn Feist munter zum Thema “Ernährung – Und täglich grüßt die Currywurst” weiter. Dabei machte er deutlich, welchen Beitrag eine gesundheitsförderliche Ernährung in der Kantine als Teilaspekt des BGM leisten kann.

Außerdem hob er anhand des “Ampelkonzepts” von Gesoca hervor, wie die Kantinenangebotsumstellung in Bezug auf den Wareneinsatz weitestgehend kostenneutral sowie für die Mitarbeiter über die Sichtbarmachung greifbar erfolgen könne.

Um Ernährung im Zusammenspiel mit Gesundheit drehte sich dann auch alles im letzten Konferenzbeitrag von Herrn Schulz-Ruthenberg zum Thema „Nährstoffversorgung – die Bedeutung von Mikronährstoffen für Leistungsfähigkeit, Stresstoleranz und Gesundheit“.

Er veranschaulichte anhand zahlreicher Beispiele und unter Einbeziehung medizinischer Daten, die Bedeutung unserer Ernährung auf unsere Gesundheit sowie den Stellenwert der Ernährungs- und Lebensstilmedizin in diesem Zusammenhang. Dabei machte er uns verständlich, dass im wahrsten Sinne des Wortes, „das Gehirn ist, was es isst“.

Aber er berichtete auch von, über alarmierende Zahlen im Bereich des „Doping am Arbeitsplatz“ und wusste gekonnt über dieses Paradoxon unser leistungsorientierten Gesellschaft zu berichten. Gleichwohl er medizinisch nachweisbar, zahlreiche natürliche Ansätze zur persönlichen Gesundheitsfürsorge fernab (oder aber auch flankierend mit) medikamentöser Behandlungen anführte, bevor er als Redner des Tages den zweiten Konferenztag abschloss.

Zum Konferenzende, fanden sich dann erneut noch etliche Austauschinteressierte bei Kaffee und Kuchen zum Gespräch zusammen, bevor nach den zwei wirklich tollen Tagen dann auch die Letzten die Abreise antraten.

Im nächsten Jahr steht das spannende Themenfeld des Betrieblichen Gesundheitsmanagements am 25. und 26. Februar 2021 erneut im Mittelpunkt.

Jennifer Kaspers

Derzeit bin ich in einer beruflichen Reha-Einrichtung für psychisch Erkrankte im Bereich Wirtschaft und Verwaltung tätig. Nach meiner Ausbildung zur Ergotherapeutin und zahlreichen Fachfortbildungen, habe ich 2018 berufsbegleitend meinen Fachwirt für Gesundheit und Soziales bei der BCW absolviert und bin seit Dezember letzten Jahres zusätzlich Fachkraft für berufliche Rehabilitation. Durch meine Aus-&Weiterbildungen sowie meine Ehrenämter im Jugend- & Senioren- sowie Sportbereich, sind meine Interessen im Gesundheitssektor vielfältig gesät. Bei Hashtag Gesundheit bin ich seit Juni 2018 mit von der Partie.

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