Beiträge von Ein Mitglied

Durch die weltweite Pandemie sind Krankenhäuser täglich in den Medien. Die Schlagzeilen drehen sich um Intensivbetten, Beatmungsgeräte und eine unzureichende Finanzierung. Doch wie sieht die Krankenhausfinanzierung überhaupt aus?

Seit fast 20 Jahren werden Krankenhausleistungen (= Betriebskosten) nicht mehr über krankenhausindividuelle Pflegesätze je Tag vergütet, sondern über Fallpauschalen, den sogenannten DRGs (Diagnosis Related Groups). Das Ziel der Vergütung über DRGs ist ein „durchgängiges, leistungsorientiertes und pauschalierendes Vergütungssystem.“

Verschiedene Faktoren, u. a. Diagnosen, Schweregrad und bestimmte Operationen und Prozeduren, werden aus der Patientenakte in einen Grouper eingetragen, der daraus die DRG für die Krankenhausleistung ermittelt, die gegenüber Kostenträgern abgerechnet wird. Innerhalb eines bestimmten Zeitraums wird die gleiche Höhe unabhängig von der tatsächlichen Verweildauer gezahlt.

Der Grouper wird durch Kosten- und Leistungsdaten durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (kurz: InEK ) „gefüttert“ und stetig weiterentwickelt.

Die Befürworter des DRG-Systems sehen seit der Einführung Prozessoptimierungen, die sich insbesondere durch eine sinkende Verweildauer im Krankenhaus, zunehmende Fusionen und Kooperationen zeigen und letztendlich die Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen verbessern. 

Die Pandemie führt zu Verweildauern der Patienten, die nicht mehr kontrollierbar sind. Einer Freihaltung von Betten für COVID-19-Patienten und zur Absage elektiver Behandlungen und Operationen in allen Krankenhäusern – vom Krankenhaus der Grundversorgung bis zum Krankenhaus der Maximalversorgung. Die Erlöse sinken und die Ausgaben steigen deutlich. Dies ist in die DRGs nicht einkalkuliert, so dass es Forderungen nach einem neuen Vergütungssystem für Krankenhäuser laut werden. Ein Rettungsschirm des Gesetzgebers unterstützt zeitweise die Krankenhäuser in finanzieller Hinsicht.

Seit 20 Jahren ist das DRG-Forum bekannt für die das Vordenken in der deutschen Krankenhausfinanzierung. Auch in diesem Jahr werden die wesentlichen Entwicklungen bei der Veranstaltung, die am 18./19. März 2021 hybrid stattfindet, diskutiert.

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